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Teakdeck     (Text © by Stefanie Loges)
 
 


Der Ist-Zustand - Beim Kauf der Taku Moe war uns bewußt, dass das alte Teakdeck vermutlich nicht mehr zu erhalten war und ersetzt werden muss. Immerhin hat es 24 Jahre auf dem Buckel, und Bavaria ist ist nun nicht gerade bekannt dafür, richtig gute Stabdecks zu verlegen, die über Jahrzehnte hinaus bestehen können.

Viele Fugen waren bereits weit geöffnet. Wasser, das dort eingedrungen war, trocknete kaum bis gar nicht mehr weg. Ein Test der verbleibenden Materialstärke, um eventuell nur mit einem Neuverfugen davonzukommen, war eher negativ (max. 2 bis 3mm waren nicht ausreichend), so daß wir uns entschieden nach Alternativen Ausschau zu halten.

Hier erinnerten wir uns an einen Beitrag von Sönke Röver, der über die Verlegung eines neuen Deckbelags in Kunststoff-Teak auf seiner Hippopotamus berichtete (Link: www.Blauwasser.de).

Nach langem Überlegen und Abwägen der Vor- und Nachteile haben wir dann mit RoSch-Yachts Kontakt aufgenommen, jene Firma, die sich schon seit Jahren auf Kunststoffteakdecks spezialisiert hat und eine vorzügliche Vita aufweist. Wir bekamen ein paar Proben verschiedener Farben und Maserungen sowie eine ausführliche Beschreibung der Ausführung zugesandt. Letztendlich haben wir uns dann für ein Kunststoffteakdeck der Firma RoSch-Yachts entschieden. Gründe hierfür waren insbesondere natürlich die Kosten, die nur etwa 50 Prozent dessen ausmachen, was ein echtes Stabdeck kostet und die „Qualität“ von echtem Teak heutzutage. Für letzteres haben wir bereits schlechte Erfahrungen machen müssen, wurde doch auf Taku Moe zwei Jahre zuvor das Teak auf dem Deckshaus und im Cockpit erneuert. Die Qualität des Holzes lässt schwer zu Wünschen übrig. Das Holz ist weich, weist eine eher helle Farbe auf und ist bereits mit vielen kleinen Druckstellen übersät. Das richtig gute Teak aus vergangenen Tagen ist kaum oder nur mit großen Schwierigkeiten zu bekommen. Worte wie „verschleierter Raubbau“ kommen einem dann schnell ins Gedächtnis. Etwas, womit wir auf keinem Fall zu tun haben wollen.

Auch wenn man dem Kunststoffteakdeck auf zweitem Blick hin ansehen kann, dass es aus „Kunst“ und nicht aus Teak ist, so hat es auch seine Vorteile. Es ist langlebig, einfach zu reparieren, leicht zu pflegen, leicht zu reinigen, unempfindlich und sehr kostengünstig (im Verhältnis zu echtem Teak). Wer handwerkliches Geschick hat, kann es sogar selbst verlegen und damit nochmals viel Geld sparen. Wir können es kaum erwarten zu sehen, wie sich das neue Deck auf der Taku Moe macht.
  

 
 

Das alte Teakdeck muss runter - © S. Loges
 
 
 

Das alte Holz muss weg

Vor dem Vergnügen kommt die Arbeit. Zunächst muss das alte Stabdeck entfernt werden. Eine Arbeit, die wir uns relativ einfach vorgestellt hatten. Es gibt im Grunde genommen zwei Wege ein Teakdeck zu verlegen, traditionell oder rationell. Traditionell bedeutet Verlegen, Verschrauben und Verfugen der einzelnen Stäbe. Rationell hingegen bedeutet das Verkleben und Verfugen des Decks. Letzteres ist um einiges kostengünstiger und wird heutzutage bei vielen Werften angewandt. Jede Werft hat dafür eine eigene Methode. Bavaria hat seinerzeit (und vermutlich auch heute) die Teakdecks quasi in einem Stück verklebt. Es wurden Schablonen erstellt, auf die dann ein mehrlagiger Sperrholzuntergrund mitsamt ca. 5mm Teakauflage verleimt wurden. Dann wurde das Gebilde entsprechend verfugt und aufs Deck geklebt. Um das ganze wieder herunterzubekommen, bedarf es allerdings großer Anstrengung. Ein traditionell verlegtes Teakdeck hingegen lässt sich im Verhältnis eher leicht entfernen.

Also machten wir uns an die Arbeit, noch nicht wissend, was da auf uns zukommt. Stechbeitel, großer Spachtel, Hammer und ein Fein Multimaster waren die Tools unserer Wahl. Nach etwa 6 Stunden schweißtreibender Arbeit hatten wir nichtmal einen einzigen Quadratmeter entfernen können, so zäh gestaltete sich das. Das Teak selbst ließ sich zwar relativ einfach abtragen, die darunter liegende Sperrholzschicht jedoch kaum. Nur in sehr mühsamem Schritten musste Schicht für Schicht (mehrlagiges Sperrholz) abgetragen werden. So hatten wir uns das nicht vorgestellt, und es wäre auch kaum abzusehen, wann wir mit der Arbeit fertig sein würden.
  

 
 

Beklagenswertes Ergebnis nach 6 Stunden harter Arbeit - © S. Loges
 
 
 


Nach Beratung mit der Firma RoSch-Yachts haben wir eben diese damit beauftragt, die Arbeiten fortzuführen. Bereits ein paar Tage später rückten sie mit großer Crew an, und innerhalb eines Tages, mit viel Geschick und Können – wie dumm müssen wir uns wohl angestellt haben – war das alte Deck komplett entfernt. Phew!

Zum Schluß wurde das Deck nochmals überarbeitet, gespachtelt und geschliffen und ist jetzt für die Verklebung des neuen Decks vorbereitet.   

 
 

Echte Könner mit richtigem Werkzeug am Werk – © R. Schiecke



Echte Könner mit richtigem Werkzeug am Werk II – © R. Schiecke



Ganze Arbeit – Altes Deck entfernt – © R. Schiecke



Unterbau-Deckel für Ankerkasten und Vorpiek wurden auch erneuert – © R. Schiecke
 
 
 

Die Neuverlegung

wird erst im April stattfinden, sobald die Temperaturen wieder im frühlingshaften Bereich angestiegen sind. Es werden mindestens 15 Grad Celsius für den Kleber benötigt. Ich werde weiter darüber berichten.



  

 
 

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